“Ich bin konservativ”

Jane und Anna Thomas: Ein stinknormale Familie Foto: Daniel Biscan

Jane und Anna Thomas: Ein stinknormale Familie Foto: Daniel Biscan

Jane Thomas war früher mal ein Mann. Genauer: ein Hausmann. Während ihre Frau, eine Bundeswehr-Offizierin, das Geld verdiente, zog sie die drei Kinder groß. Heute ist sie Hausfrau. Und engagiert sich in der CSU. Ihre älteste Tochter Anna sagt: “Wir sind eine stinknormale Familie”. Ein Gespräch

Es ist Feiertag in Volkach, einer Kleinstadt in Unterfranken mit etwa 9.000 Einwohnern. Hier lebt Jane Thomas, 61, mit ihrer Familie, umgeben von Weinbergen in einem Fachwerkhaus. Als Jane Thomas 1989 heiratete, war sie ein Mann. Nach einer Therapie und Hormonbehandlung unterzog sie sich 2004 einer Geschlechtsumwandlung. Mittlerweile sind zwei ihrer drei Kinder aus dem Haus: Die 20-jährige Anna studiert in München, die zwei Jahre jüngere Leah in den USA, der 13-jährige Gwyn geht noch zur Schule. Verheiratet ist Jane immer noch. Zum Gespräch bitten Jane und Anna Thomas - wie sich das an einem Feiertag gehört – im Gasthof am Ort. Es gibt Forelle und Gemüseeintopf.

 

sonntaz: Jane, Anna, wie erklären Sie Außenstehenden Ihre Familie?

Jane Thomas: Ich bin Jane Thomas. Ich bin Erzeuger von drei Kindern und jetzt bin ich eine Frau.

Anna Thomas: Bei Menschen, die ich nicht gut kenne, spreche ich meist von meinem Vater. Das ist sie auch nach wie vor, aber eher im biologischen Sinne. Eigentlich ist meine Mutter die Mama und mein Vater meine Mom. So nennen wir sie alle, auch mein Freund.

 

Wie sind die Reaktionen?

Anna: Ich kann mich nur an eine Situation erinnern, die ich wirklich als schlimm empfand. Da wurde ich auf offener Straße ausgelacht. Zwei Mal ist es passiert, dass jemand, dem ich davon erzählt habe, nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Aber in 98 Prozent der Fälle nehmen die Leute das ganz locker auf. Manche sind sogar sehr interessiert. Aber das sind in erster Linie meine schwulen Freunde.

 

Sind James und Jane Thomas so etwas wie zwei verschiedenen Personen?

Anna: Ja, ein bisschen. Aber früher, als sie noch ein Mann war, war sie auch ganz anders.

Jane: Sehr!

Wie denn?

Anna: Depressiv. Ich will nicht sagen, dass sie früher nicht auch glücklich war. Aber jetzt ist sie einfach ein ganz anderer Mensch, viel offener, viel lebendiger, sie geht viel mehr unter die Leute, macht politische Arbeit, auch hier bei uns in der Region. Ich glaube, sie ist jetzt glücklicher.

Jane: Ich lebe.

 

Im Jahr 2001 haben Sie sich dazu entschieden, als Frau leben zu wollen. Damals waren Sie 49 Jahre alt. Warum haben Sie so lange gebraucht, um diese Entscheidung zu treffen?

Jane: Ich habe mich schon im Vorschulalter als Mädchen gefühlt. In der Grundschule habe ich heimlich die Unterwäsche meiner Mutter getragen. Immer wenn sie nicht zuhause war, habe ich ihre Sachen genommen, mich geschminkt. Aber in der Pubertät war es unmöglich, das durchzusetzen.

 

Warum?

Jane: Die setzte bei mir früh ein und ich sah bald sehr männlich aus. Außerdem gab es zu der Zeit noch kaum Informationen über Transsexuelle. Zum ersten Mal las ich im Playboy darüber, aber es war etwas Unerhörtes. Nur eine Handvoll Transsexueller hat damals eine Geschlechtsumwandlung vorgenommen, die meisten davon in Europa. Das hing auch vom Aussehen ab. Man musste extrem weiblich auftreten und feminin aussehen, damit ein Arzt dieser Maßnahme zugestimmt hat. Es ging darum, ob man eine hübsche Frau werden kann. Dass es da eine große Bandbreite von Menschen gibt, die im falschen Körper stecken, hat man erst sehr viel später realisiert. Also habe ich mich damit abgefunden, dass ich als Mann leben muss.

 

Haben Sie jemals mit Ihren Eltern darüber gesprochen?

Jane: Nein, damals nicht. Mein Vater war eine sehr instabile Persönlichkeit und neigte zu Wutausbrüchen. Deshalb habe ich ihn nie mit meinen Problemen konfrontiert. Heute weiß ich, dass das ein Fehler war. Aber ich bereue nichts. Denn hätte ich das alles schon früher gemacht, dann wäre ich jetzt nicht hier und es gäbe meine wunderbaren Kinder nicht. Im Grunde habe ich erst nach dem Tod meines Vaters 1997 angefangen, nach einer Lösung zu suchen. Damals ging ich zum ersten Mal zu einem entsprechenden Therapeuten. Erst nach dieser Therapie konnte ich zu dem stehen, was ich bin, und ich wusste, dass ich versuchen muss, als Frau zu leben, weil ich sonst niemals glücklich werden würde.

 

Wann haben Sie zum ersten Mal mit Ihrer Frau darüber gesprochen?

Jane: Das war 1998. Damals waren wir schon knapp zehn Jahre verheiratet. Meine Frau ist Offizierin bei der Bundeswehr und tat damals in Potsdam ihren Dienst. Dort habe ich ihr gesagt, dass ich mich transsexuell fühle.

 

Wie hat Ihre Frau reagiert?

Jane: Sie war total geschockt, hat geweint und geschrien. Sie warf mir vor, sie ausgetrickst und ausgenutzt zu haben, dass ich von Anfang an gewusst hätte, was mit mir los ist. Aber das stimmte nicht. Natürlich hatte ich schon immer erhebliche Probleme mit meiner Männlichkeit, hätte sie am liebsten abgelegt. Oft habe ich mich richtiggehend vor mir selbst geekelt. Aber ich habe lange nicht darüber nachgedacht, wirklich etwas zu ändern. Stattdessen habe ich versucht, mich als Mann durchzumogeln. Eine Zeit lang habe ich wohl gehofft, dass mir eine feste Beziehung, eine Ehe und die Kinder dabei helfen würden, das alles zu verdrängen. Aber so war es nicht. Die Gedanken kamen immer wieder. Irgendwann musste ich mir dann eingestehen, dass es so nicht mehr weitergeht, dass ich als Frau leben muss.

 

Und dann?

Jane: Meine Frau wollte, dass ich mich scheiden lasse. Aber das wollte ich nicht. Ich hatte ihr damals, als wir uns verlobten, versprochen, dass ich in Deutschland bleibe und unsere Kinder erziehe. Ich liebe meine Kinder sehr. Und auch für meine Frau empfinde ich Liebe. Sie hat das mehr oder weniger akzeptiert. Ich glaube, sie hat am Anfang gehofft, dass ich meine Neigung vielleicht ab und zu als Transvestit auslebe, im Verborgenen. Aber mir war klar, dass ich eine klassische Transsexuelle bin und auch die operativen Maßnahmen wollte.

 

Eine Trennung kam für Sie nie in Frage?

Jane: Nein. Das hat mit meinem christlichen Grundverständnis zu tun. Deshalb bin ich auch in der CSU. Ich nehme das Ehegelübde sehr ernst. Auch wenn die Beziehung zu meiner Frau schwierig war, war sie doch immer sehr respektvoll. Die Hochzeit wurde katholisch gefeiert und damals habe ich das heilige Versprechen gegeben, meine Kinder katholisch zu erziehen. Auch daran habe ich mich gehalten.

Anna: Ich hatte immer das Gefühl, dass ihr hauptsächlich wegen Gwyn zusammengeblieben seid, damit er in geordneten Verhältnissen aufwachsen kann. Mein Bruder war damals erst drei Jahre alt. Er kennt meine Mom ja praktisch nicht als Mann.

Jane: Nein, das war nicht der einzige Grund. Klar, es ging auch darum, dass ich mich weiter um die Kinder kümmere, denn meiner Frau ist ihre Karriere sehr wichtig. Aber obwohl unsere Beziehung sehr kompliziert ist, akzeptieren wir auch gegenseitig, wer der andere ist und was ihm wichtig ist.

 

Wie ist denn die Beziehung zu Ihrer Frau heute? Sind Sie nur noch auf dem Papier verheiratet?

Jane: Wir sind zwar verheiratet, aber das bedeutet nicht, dass wir auch eine sexuelle Beziehung haben. Es ist mehr wie eine WG.

Anna: Ja, das trifft es ganz gut. Es ist eher eine Zweckgemeinschaft. Jeder hat sein eigenes Zimmer, wir essen gemeinsam – oder auch nicht. Da hat sich im Vergleich zu früher nicht viel geändert, weil meine Mutter auch damals oft sehr spät von der Arbeit nach Hause kam. Ein idyllisches Bilderbuch-Familienleben gab es bei uns noch nie.

Jane: Meiner Meinung nach läuft die Beziehung jetzt besser als noch vor fünf oder sechs Jahren. Gerade in der Zeit vor und nach der OP war es wirklich sehr schwierig. Aber meine Frau hat sich nicht scheiden lassen, obwohl sie das gekonnt hätte. Es ist keine perfekte Beziehung. Aber wer hat die schon? Letztlich hat es niemanden zu kümmern, wie wir miteinander leben. Bei heterosexuellen Paaren interessiert das ja auch niemanden.

 

Anna, hätten Sie sich manchmal gewünscht, dass sich Ihre Eltern scheiden lassen?

Anna: Ich glaube, dass es für meine Mutter die bessere Lösung gewesen wäre. Vielleicht hätte sie dann eine neue Beziehung zu einem Mann eingehen können. Aber das müssen die beiden selbst entscheiden. Das kann ich als Tochter nicht beeinflussen und möchte das auch nicht.

 

Sie sind mit einer Frau verheiratet, Jane. Fühlen Sie sich denn auch zu Frauen hingezogen?

Jane: Ich weiß es nicht. Ich befinde mich in einer Ehe, habe drei Kinder, ich habe keine Zeit und keine Gelegenheit, herumzuexperimentieren wie ein junges Mädchen. Ich kann mir alles vorstellen, sowohl mit Männern als auch mit Frauen. Vielleicht bin ich bisexuell. Aber ich habe kein Liebesleben.

 

Wann haben Sie Ihren Kindern gesagt, dass Sie als Frau leben wollen?

Anna: Gesagt ist gut! Meine Schwester Leah war in der ersten Klasse und ich in der vierten. Eines Tages kam Mom von einer Therapiestunde zurück und hat Leah im Rock von der Schule abgeholt.

Jane: Das war Teil meiner Therapie und gehörte zu der Vorbereitung auf die Umstellung. Ich musste zeigen, dass ich auch im anderen Geschlecht funktioniere. Wir wohnen auf dem Dorf, Eschendorf hat nur etwa 400 Einwohner. Da hatte ich natürlich Angst. Was denken die Kinder? Was denken die Nachbarn? Aber irgendwann musste ich damit nach außen gehen. Also habe ich eines Tages angefangen, Röcke zu tragen und mich zu schminken. Nicht jeden Tag natürlich, das machen die Frauen hier auf der Mainschleife nicht. Viele arbeiten in den Weinbergen. Da trägt man Hosen.

 

Wie haben Sie als Kinder die Situation erlebt?

Anna: Meine kleine Schwester hat sich gewundert, warum der Papa einen Rock anhat. Also kam sie zu mir und hat es mir erzählt. Gemeinsam sind wir dann zu meiner Mom gegangen und haben sie gefragt. Dann hat sie uns erklärt, wie sie sich fühlt und was los ist.

 

Jane, wissen Sie noch, was Sie damals gesagt haben?

Jane: Ich habe ihnen gesagt, dass ich mich als Frau fühle. Aber natürlich habe ich auch versucht, das für die Kinder so unproblematisch wie möglich zu machen. Meine Frauenkleider nähe ich oft selbst. Die sind sehr moderat. Ich habe mich auch nie übertrieben geschminkt. Andere Frauen haben mir sogar schon vorgeworfen, ich sei nicht sonderlich feministisch. Aber ich bin eben konservativ.

 

Und wie haben die Nachbarn reagiert?

Jane: Einige haben mir Jahre später gesagt, dass sie mich jetzt als Frau besser verstehen können als einen Hausmann, der daheim bleibt, um die Kinder zu erziehen. Das hat für sie einiges erklärt. Für mich war das schon immer der größte Wunsch: Kinder zu haben und sie zu bemuttern. Am liebsten hätte ich sie selbst ausgetragen, aber das war ja leider nicht möglich.

 

Familien wie Ihre, in der gleichgeschlechtliche Partner gemeinsam die Kinder erziehen, dürfte es laut dem Familienbild der CSU nicht geben.

Anna: Familie bedeutet für mich, dass man sich untereinander lieb hat. Und es geht darum, wie man diese Liebe an seine Kinder weitergibt. Wer sagt denn, dass ein schwules, lesbisches oder transsexuelles Paar das nicht genauso gut kann? Zu lieben ist doch eine menschliche Fähigkeit, die vom Geschlecht völlig unabhängig ist. Ich glaube sogar, dass queere Paare zum Teil besser in der Lage sind, Kinder großzuziehen, einfach weil der Kinderwunsch am Anfang stand. Das ist bei manchen heterosexuellen Paaren ganz anders.

 

Haben Sie sich trotzdem manchmal gewünscht, eine “normale” Familie zu haben?

Anna: Nein. Ich habe im Grunde eine stinknormale Familie, mit allem, was dazugehört. Ich hatte nie das Gefühl, dass es mir jemals an irgendetwas gefehlt hätte. Ich habe mich immer sehr behütet und geborgen gefühlt.

 

Jane, Sie engagieren sich in der CSU. Warum?

Jane: Meine politische Arbeit begann eigentlich ganz anders. 2005 bin ich zu einem Treffen von Transgender Europe in Wien gefahren. Ich sollte nur dolmetschen, aber weil mich die Thematik sehr interessiert hat, habe ich mich Transgender Europe in Deutschland angeschlossen. Ich wurde eine der Vorsitzenden und bin immer wieder nach Brüssel und Straßburg gefahren, um unsere Interessen im Europarat und im Europäischen Parlament zu vertreten.

 

Von dahin ist es aber ein weiter Weg zur CSU.

Jane: Ja, das war zunächst unabhängig von Parteipolitik. Aber die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen waren bei den Grünen oder bei der Linken organisiert. Also bin ich in die konservative Partei gegangen, um die Menschen dort zu überzeugen.

 

Sie verfolgen also einen missionarischen Ansatz?

Jane: In gewisser Weise, aber natürlich ist es komplizierter. Ich bin selbst konservativ. Ich stamme aus einem bürgerlichen Elternhaus, meine Eltern waren Beamte, meine Frau ist eine gute preußische Soldatin. Demnächst geht sie für sechs Monate nach Afghanistan. Mit Menschen, die sagen, Soldaten seien Mörder, kann ich nicht zusammenarbeiten. Ich beschreibe mich als eine bayerische, wertkonservative, gut integrierte Deutsche. Ob ich wirklich christlich bin, weiß ich nicht. Aber Ethik und Moral sind mir sehr wichtig. Und die Basis von Ethik und Moral ist die Religion. Das kann man nicht ignorieren. Ich verstehe die Probleme, die die katholische Kirche mit Lesben und Schwulen hat.

 

Inwiefern?

Jane: Die Ehe zwischen Mann und Frau, aus der Kinder entstehen, ist ein Grundkonzept unserer Soziologie. Das muss man anerkennen.

 

Damit leugnen Sie im Grunde Ihre eigene Existenz als transsexuelle Frau und auch Ihre derzeitige Ehe.

Jane: Ich sage nur, dass die Meinung der Kirche nicht falsch ist. Aber ich denke auch, dass wir in einer aufgeklärten, pluralistischen Gesellschaft in der Lage sein müssen, miteinander in Dialog zu treten. Mir geht es in erster Linie um ein gutes, tolerantes Miteinander und darum, dass wir die jeweilige Andersartigkeit respektieren. Ich will das alles nicht übers Knie brechen und niemanden überfordern. In Frankreich sind die Leute gegen die Gleichstellung von Homosexuellen auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren. Das möchte ich in Deutschland nicht.

 

Also sind Sie in die CSU eingetreten, um auch dort die Debatte anzustoßen?

Jane: Ja.

Anna: Eigentlich wollte ich eintreten. Wir waren gemeinsam in Würzburg und sind dort zu einem CSU-Stand gegangen. Am Ende war meine Mom diejenige, die sich angemeldet hat, und ich habe mir noch ein bisschen Zeit gelassen.

 

Sind Sie mittlerweile auch Mitglied in der CSU?

Anna: Ja, aber ich muss gestehen, dass ich mich sehr wenig hier vor Ort engagiere. Ich bin die meiste Zeit in München an der Uni.

 

Und es stört Sie nicht, dass die CSU Lesben, Schwule und Transgender bestenfalls ignoriert?

Anna: Doch. Viele Aussagen der konservativen Politiker zu diesem Thema machen mich aggressiv. Aber ich habe das Gefühl, dass das in erster Linie alte Knacker sind, die keine Ahnung haben. Unter den jungen Leuten in der Partei, die ich kenne, hat eigentlich niemand ein Problem mit Lesben, Schwulen und Transsexuellen. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis das auch in der CSU zum Mainstream wird.

Jane: Hier in Bayern ist die CSU eben die große Volkspartei und die ist mehr oder weniger offen für alle. Es ist zwar nicht immer einfach, aber ich bin bisher von niemandem verbal angegriffen worden. Auch in der CSU gibt es Lesben und Schwule. Die meisten geben das nur nicht offen zu. Natürlich würde ich deren Namen nie nennen, denn das muss jeder selbst entscheiden. Aber ich weiß, dass es sie gibt.

 

Unkonventionell, aber dennoch konservativ: Klappt ganz gut, findet Familie Thomas Foto: Daniel Biscan

Unkonventionell, aber dennoch konservativ: Klappt ganz gut, findet Familie Thomas Foto: Daniel Biscan

Also fühlen Sie sich in der CSU trotzdem zu Hause?

Jane: Ich habe mich hier im Ortsverband zur Wahl gestellt und bin jetzt Kassenwart. Über den Ortsverband kommt man in den Kreistag. Und als Delegierte hat man bei Parteitagen die Möglichkeit, sich zu Wort zu melden. Mittlerweile wissen sehr viele in der CSU, wer ich bin. Ich bin ungewöhnlich. Ich falle auf.

 

Alexander Dobrindt, der CSU-Generalsekretär, sprach erst kürzlich von einer schrillen Minderheit, als es um die steuerliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen ging. Stört Sie das nicht?

Jane: Nein, es stimmt ja. Ich bin schrill. Das beleidigt mich nicht. Ich würde Herrn Dobrindt sogar ein Bussi geben, wenn er das wollte.

 

Haben Sie Herrn Dobrindt schon mal zum Gespräch getroffen?

Jane: Nein, aber ich bin ihm und seiner Stellvertreterin Dorothee Bär schon mehrmals begegnet. Früher oder später werden sie mit uns reden müssen.

 

Streben Sie denn ein Mandat innerhalb der CSU an?

Jane: Das wäre schön, aber ich weiß nicht, ob man mir eines geben wird.

Anna: Ich würde mich sehr für meine Mom freuen. Ich fände es ohnehin sehr wünschenswert, dass der sexuelle Hintergrund irgendwann gar keine Rolle mehr spielt. Eigentlich heißt es doch: Vor dem Gesetz sind wir alle gleich. Ich verstehe nicht, warum das immer noch nicht so ist.

Erschienen in der Sonntaz, am 22.06.2013

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